Dudelsack? Wie kommst du denn darauf?

dudel marienburgSchäferpfeife auf der Marienburg (Nordstemmen)Der Wunsch, Dudelsack zu spielen, war schon eine lange Zeit vorhanden, bis ich ihn 2013 umgesetzt habe. Ausgelöst wurde er – meiner Erinnerung nach – durch einen Besuch des ersten Mittelaltermarktes in Hannover, wo eine Band mit Dudelsäcken (Marktsäcken) und den in der Markmusik üblichen Trommeln, Pfeifen und ähnlichem auftrat.

Bis dahin kannte ich – wie wohl die Meisten– nur die „Great Highland Bagpipe“ der Schotten. Jetzt erfuhr ich plötzlich, dass die Instrumentengruppe der Sackpfeifen viel älter und größer ist.

Repertoire

Wenn man mit dem Dudelsackspiel auf nicht-schottischen Instrumenten beginnt, landet man zunächst einmal im traditionellen Repertoire des französisch-/bretonischen Bal Folk. Durch Musikerinnen und Musiker wie Merit Zloch und Matthias Branschke aus Berlin oder Simon Wascher aus Wien wurde jedoch bald mein Interesse an alten Notenhandschriften mit Tanzmusik geweckt. Viele Melodien wurden in der Barockzeit niedergeschrieben, waren zu der Zeit aber durch reisende Musiker und die direkte Weitergabe von Musiker zu Musiker und das Lernen nach Gehör schon in ganz Europa verbreitet. Die Stücke sind für dörfliche Tanzveranstaltungen mit Dudelsack, Fidel und andere „nicht-höfische“ Instrumente wie geschaffen. Hier wartet noch ein großes Repertoire auf seine Wiederentdeckung.

Meine Instrumente

Ich spiele drei verschiedene Arten von Dudelsäcken, die ich detailiert unter „Meine Instrumente“ vorstelle:

Hümmelchen

Begonnen hat alles mit dem „Hümmelchen“, einem kleinen, leisen, deutschen Renaissance-Dudelsack. Der Instrumententypus des „Hümmelchens“ wird bereits im „Syntagma musicum“ von Michael Praetorius erwähnt, einem dreibändigen Werk über historische Aufführungspraxis und historischen Musikinstrumentenbau aus den Jahren 1614 bis 1619. Zur Zeit besitze ich ein einborduniges Instrument von Mario Siegismund.

Schäferpfeife

syntagma musicumAbbildung aus dem Syntagma musicum
mit Schäferpfeife (7) und Hümmelchen (8)
Auch die Schäferpfeife wird bereits in Prätorius' „Syntagma musicum“ erwähnt und abgebildet. Spieltechnisch und in den heute gängigen Stimmungen hat sich die Schäferpfeife inzwischen größtenteils der französischen Dudelsacktradition angepasst, die die meisten Möglichkeiten an chromatischer Spielweise und Tonumfang bereithält. Durch zusätzliche Klappen wurde von einigen Dudelsackbauern der Tonumfang zu einer vollständigen chromatischen Tonfolge über 1,5 Oktaven erweitert. Ich spiele eine zweibordunige Schäferpfeife in G/C von Matthias Branschke, die mit den nach vorne gerichteten Bordunen der flämischen Dudelsack-Bauweise angenähert ist und eine dreibordunige Schäferpfeife von Thorsten Tetz mit Spielpfeifen in G/C und A/D.

Säckpipa - schwedische Sackpfeife

Historisch gesehen ist die schwedische Säckpipa eine Besonderheit. Die Existenz einer schwedischen Dudelsacktradition war fast in Vergessenheit geraten. In den 1970er Jahren wurden Teile alter Instrumente wiedergefunden, richtig wieder aufgelebt ist die Tradition erst in den 1980er Jahren. Wer hier an mehr Details interessiert ist, dem sei die (englischsprachige) sehr ausführliche Webseite vom schwedischen Säckpipaspieler und „riksspelman“ (ein Ehrentitel für schwedische Musiker, die sich um die musikalische Landestradition besonders verdient gemacht haben) Olle Gällmo empfohlen.

Die Besonderheit der Säckpipa ist, dass man (im Gegensatz zu den anderen hier beschriebenen Dudelsacktypen) auch kurze Töne spielen kann statt der durchgehenden Dauertöne. Dieser Effekt entsteht dadurch, dass der Grundton der Spielpfeife und der Ton des Borduns exakt der selbe ist. So verschmilzt der Ton der Spielpfeife mit dem identischen Ton des Bordun und „verschwindet“ akustisch. Der Effekt ist der einer (scheinbaren) Pause in der Melodie.

Ich spiele eine Säckpipa von Thorsten Tetz mit Spielpfeifen in E/A und D/G.

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Jan Kristof Schliep

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E-Mail:

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KvK nr.: 69675155

session parkfest

Spontane Session auf dem Parkfest Eindhoven 2015
mit Wil van Gorkum und Thorsten Tetz
Foto: Kees Stravers

dudelsack 10

Säckpipa am Strand

akkordeon

Gelegentlich spiele ich auch Akkordeon und Gitarre
Foto: Andreas Hartmann