Jan Kristof Schliep
Foto: Holger Katenkamp
Tenor für Oper und Konzert
Jan Kristof Schliep ist ein deutscher Charakter- und jugendlicher Heldentenor, dessen künstlerische Entwicklung vom Spieltenorfach hin zu charakterstarken Partien und ausgewählten lyrisch-dramatischen Rollen führt. Kennzeichnend für seine Arbeit sind hohe Textverständlichkeit, differenzierte Charaktergestaltung und Bühnenpräsenz. Seine künstlerische Laufbahn begann in Hannover, wo er Gesang an der Hochschule für Musik, Theater und Medien studierte.
Seit 2016 arbeitet Jan Kristof Schliep freischaffend. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Entwicklung steht seither der Übergang vom Spieltenorfach zu Charakterpartien und Rollen des jugendlichen Heldentenorfachs, die heute den Schwerpunkt seines Repertoires bilden. Sein Rollenprofil ist geprägt von zentralen Partien des deutschsprachigen Opernrepertoires, insbesondere im Bereich des Musiktheaters des 19. und 20. Jahrhunderts.
In der Saison 2026/27 ist er als Graf Elemer in Strauss’ Arabella am Theater Altenburg Gera, als Altoum in Puccinis Turandot am Theater Magdeburg und als Zwackelmann in der Familienoper Der Räuber Hotzenplotz an der Staatsoper Hannover zu erleben.
In der Spielzeit 2025/26 war er als Walter in Weinbergs Die Passagierin am Theater Krefeld Mönchengladbach, als Gerichtsschreiber Licht in Ullmanns Der zerbrochene Krug am Deutschen Nationaltheater Weimar, als Graf Elemer in Strauss’ Arabella am Theater Altenburg Gera sowie als Altoum und in den Rollen des Schwartenmagen und Vaters in Wurst von S. Schwab an der Staatsoper Hannover zu erleben. Im Jahr 2024 übernahm er kurzfristig die Partie des Ktesiphar in Eugen d’Alberts Die toten Augen am Theater Altenburg Gera und sprang in der Premiere ein.
Neben seiner Operntätigkeit ist Jan Kristof Schliep regelmäßig als Konzertsänger zu hören. Sein Repertoire reicht von Haydns Die Schöpfung, Saint-Saëns’ Oratorio de Noël und Rossinis Petite Messe solennelle bis zu Orffs Carmina Burana und Verdis Messa da Requiem. Konzertengagements führten ihn neben Deutschland auch in die Niederlande und nach Italien.
Seine Ausbildung erhielt er bei Prof. Gerhard Faulstich an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Bereits während des Studiums gastierte er unter anderem am Theater Lübeck sowie am Stadttheater Hildesheim.
Nach dem Studium gehörte Jan Kristof Schliep zehn Jahre lang dem Ensemble des TfN · Theater für Niedersachsen Hildesheim an. In dieser Zeit war er in mehr als 40 Produktionen zu erleben und entwickelte ein breites Repertoire vom Spiel- und Buffotenorfach bis hin zu charakterprägenden Aufgaben. Zu seinen Rollen zählten unter anderem Monostatos in Die Zauberflöte, David in Die Meistersinger von Nürnberg, Bob Boles in Peter Grimes sowie Partien in selten gespielten Werken wie Ullmanns Der zerbrochene Krug und Busonis Doktor Faust. Für seine künstlerischen Leistungen wurde er mit dem Künstlerpreis der Freunde des TfN ausgezeichnet.
Seit mehreren Jahren begleitet ihn die Zusammenarbeit mit dem Operncoach Axel Heil, die seine stimmtechnische und künstlerische Entwicklung in der freischaffenden Tätigkeit kontinuierlich unterstützt.
Jan Kristof Schliep lebt in Nieuwegein bei Utrecht in den Niederlanden und ist Mitglied von ensemble artists e. V.
